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The Digital Native – Verloren im Netz
Es ist doch so, dass man die virtuelle Welt viel ernster nehmen muss als noch vor 10 Jahren. Alles hatte mal einen Anfang und der Digital Native ist mit dem Netz aufgewachsen. Die Urgesteine des Internets waren im Usenet unterwegs um Daten und Informationen zu tauschen. Eine Transformation des Usenet’s zum modernen Mitmachweb wurde geschaffen. Social Media, Enterprise 2.0, Web 2.0, Communities etc. Es können jederzeit Daten, Informationen und noch wichtiger persönliche Unterhaltungen geführt werden.
Man benötigt keine nervernaufreibenden Geschäftsreisen mehr, denn alles was zu sagen ist kann man in 10 Minuten E-Mail schreiben dokumentieren, archivieren und persistens für sich und andere in CRM, CMS und vielen andren Systemen speichern. Ist es dann so, dass ein Digitaler Eingeborener unfähig wird sich mit anderen im realen Leben auszutauschen. Die Hürde vom Niedergeschriebenen zum Gespräch zu überwinden? Es fällt mir immer mehr auf, dass technik affine Menschen, so auch ich dazu neigen relativ wenig zu reden. Es kann auch vorkommen dass bei uns im Büro z.b. den ganzen Tag nur wenig Worte fallen oder auch teilweise gar keine. Wir sitzen uns gegenüber ab kommunizieren über Messenger ohne ein Wort darüber zu verlieren.
Ich halte mich gerne in SMS kurz und knapp. Eine Entschuldigung über die Lippen zu bringen ist für mich um einiges härter als schnell eine E-Mail zu verfassen. Das persönliche Gerspräch steht heut zu Tage noch im Mittelpunkt. Wenn man seine Kompetenz beweisen will, muss man sich auch dementsprechend wortgewandt beweisen können. Es fällt aber zusehenst schwerer. Wenn man zwar genial ist in dem was man macht, aber die soziale Kompetenz fehlt es persönlich oder dem Gegenüber zu verdeutlichen wird man es immer schwerer haben.
Der Digital Native, zumeist boomende Plattformen wie Single oder auch Flirtportale für den einfachen Mann/Frau von Morgen. Es gibt Plattformen wie neu.de die sich wachsender Beliebheit erfreuen. Social Mediaportale wie Lokalisten, MySpace, Die VZ-Gruppe oder auch Facebook die mit Miniapps, Widgets auch viel auf die Flirtstimmung der Nutzer setzt. Jeder der in Social Media Portalen unterwegs ist, hat schon mal die ein oder andere Nachricht an jemand gar total fremden geschickt. Es gibt aber keine Möglichkeit auf so schnelle, direkte und unkomplizierte Weise jemanden kennen zu lernen.
Und wenn der Eingebohrene per Rauchsignale kommunizieren muss. So kann man bei MeinVZ sein digitales Gegenüber gruscheln oder in Facebook einfach anstupsen. Irgendwann kommt man dann schon mal ins Gespräch.
Ich bin gerne mit anderen Menschen im normalen Leben unterwegs. Man lernt viel zu dem was man aus den Erfahrungen im Web macht. Wenn man aber konfrontiert wird mit Fragen und Feststellungen denen man gerne aus dem Weg gehen würde, kläre ich das relativ schnell per SMS oder E-Mail, im Chat oder per Message auf einem der genannten Portale. Somit muss ich demjenigen nicht gegenüber stehen. Eine direkte Antwort riskieren oder gar auf eine Diskussion einlassen. Ich lese das Feedback dann, wenn ich es will oder lösche es kommentarlos. Eine direkte Konfrontation wird gerne vermieden da der eigene Schweinehund dementsprechen groß sein kann.
Verloren im Netz. Keiner der Digitalmenschen wird sich gerne als verloren betrachten. Das Web wächst unaufhaltsam und wird nur schwer zu kontrollieren sein, falls das überhaupt jemals möglich ist. Man kann Rechte beschneiden oder gar den Benutzer unterdrücken wie in China. Aber das ist dann kein Internet mehr. Es gibt so viele Möglichkeiten das Web zu seinen Vorteilen zu nutzen, aber auch dementsprechend viele es gegen sich zu verwenden. Oder ungewiss gegen sich zu nutzen. Viele Unternehmen google’n ihre Bewerber oder schauen auf den Social Media Portalen nach, wer er/sie ist. Was Sie machen oder wie sich sich verhalten. Was wird geboten. Was gibt der User von sich Preis. Ganz dem Motto, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ein riesiges Labyrinth in dem man sich aufhält und sich nicht mehr so schnell aus den Fängen des Netzes befreien kann. Informationen so viel man haben will. Nachrichtenfluten die kaum zu bewältigen sind und ein “normales” Leben nicht mehr möglich machen. Es ist nicht unnormal, dass auch Wochenenden für die Arbeit drauf gehen. Wenn man die 15te E-Mail am Wochenende von seinem Handy aus beantwortet oder am Notebook zum 10ten mal am Tag die VPN Verbindung zum Firmennetz aufbaut
Der Maurer/Bäcker/Frisör kann seine Handwerkssachen am Wochenden oder an anderen freien Tagen wegstecken und den Tag genießen. Der Digital Native der auch sowohl im Beruf als auch im Privaten im Netz hängt, mit dem Netz verbunden ist. Per iPhone u. Smartphone 24h am Tag abrufbereit zur Seite steht wird immer mehr von seiner Firma benutzt. Es ist nicht unüblich dass man unter einer Dauerbelastung steht, einem sich individuell selbst “erdachten” Druck. Sich seiner Leistung nie gerecht wird. Man nimmt sich selbst viel zu sehr ins Gericht und versucht immer wieder etwas mehr. Schneller, gründlicher, effizienter und belastet sich selbst. IT kann undankbarer Job sein, vorallem dann wenn es den oberen Etagen ziemlich egal ist. Man merkt es selbst leider viel zu spät dass die Last zwar nicht körperlich, aber dem Geiste ziemlich auf Gemüt drückt. Man wird unausstehlich wenn nichts funktioniert. Ich selbst bin täglich im Studio um mich wenigstens 2h am Tag vorm Rechner zu berfeien, aber auch darin schau ich mehr als nur einmal auf mein Handy. Es ist zur Gewohnheit geworden. Ein Leben ohne das Notebook unvorstellbar. Zu viel Zeit die man sinnlos vergäuden würde. Wir leben mit der IT und der Technik die dahinter steht. Umso komplexer desto faszinierender und fesselnder für denjenigen. Eine neue Herausforderung und man setzt alles daran es lösen zu wollen.
Es wird zur Gewohnheit nicht mehr zu unterscheiden was Arbeit und Freizeit ist. Man klappt sein Notebook auf, ob es Sonntag Nachmittag um 15:00 Uhr ist oder Mittwoch Morgen um 9:30. Man arbeitet ab was zu erledigen ist, und wenn man 5Minuten Zeit hat wird das nächste Projekt schon wieder geplant. Die Grenze verschwindet zusehenst. Somit besteht kein Bezugspunkt mehr oder nur schwer aufzuschlüsseln was einer gerechten Entlohnung zur Leistung des Arbeitnehmers ist.
